Hetze statt Lösungen
Ich bin ein vehementer Gegner von jeglichem religiösem Fanatismus und Extremismus, da dieser nur Leid und Verderben in sich trägt. Für mich steht ausser Frage, dass jeder Einwanderer unseren Rechtsstaat und unsere Gesetzgebung zu respektieren hat, ansonsten hat sie oder er hier in der Schweiz nichts zu suchen. Komplett verhüllte Frauen sind für mich kein Zeichen der Frömmigkeit, sondern ein Zeichen patriarchalischer Unterdrückung. Ausserhalb der Fasnachtstage sollte ein Verhüllungsverbot gelten und das Gesicht meines Mitbürgers oder meiner Mitbürgerin sichtbar sein. Genitalverstümmelung ist ein abscheuliches Verbrechen an Frauen und muss auch entsprechend geahndet werden. Genitalverstümmelung kann nicht mit Tradition oder Religion begründet werden.
Nun sagen Sie mir, welche Missstände wir verhindern oder Probleme wir lösen, z.B. von den oben angesprochenen, wenn wir einer Religionsgemeinschaft auf Verfassungsstufe verbieten, neben ihrem Gebetshaus ein Minarett aufzustellen? Nicht ein einziges! Das einzige, was dieses Verbot bewirken würde, ist, dass es gegen schweizerische Grundrechte verstösst und das Recht auf Gleichbehandlung eindeutig verletzt. Die Geschichte lehrt uns, dass Apartheid nur Probleme schafft, nicht löst. Die Frage „Minarett ja oder nein“ ist über die Baugesetzgebung zu beantworten und nicht in unsere Verfassung zu schreiben.
Diese Initiative ist ganz einfach dumm, aber ich denke, die Initianten sind es nicht. Sie wissen ganz genau, was sie wollen. Sie wollen keine Missstände oder Probleme lösen, sie sind ja gemäss ihren Aussagen keine Gutmenschen, aber sie wollen uns Bürger und Bürgerinnen verängstigen und aufhetzen, dies zeigt schon ihr Minarettplakat. Eine tiefere und primitivere Schublade kann man nun wirklich nicht mehr ziehen. Sie haben wirklich jegliche Hemmungen verloren und ihnen ist jedes Mittel recht, um Wählerstimmen zu gewinnen.
Ich danke all denen, die weiterhin einer sachlichen und lösungsorientierten Politik den Vorzug geben und zu dieser unsäglichen Initiative nein sagen.
Joe Walser, Präsident SP Sargans und Umgebung