HV SP Sargans und Umgebung 2018

Von Katrin Hauser

Hoher Besuch bei der SP Sarganserland: Jacqueline Badran zu Gast an der HV der SP Sargans und Umgebung.

Die Hauptversammlung der SP Sargans und Umgebung findet am Freitag 16. März im Saal des El Gusto in Sargans statt. Der Abend wird mit einem Referat von Jacqueline Badran eröffnet. Mit ihrer lockeren, leicht schrägen und unbestechlich direkten Art findet die Nationalrätin aus Zürich den Zugang zu den anwesenden SP-lern schnell. Tatsächlich hat Jacqueline Badran gar einen persönlichen Bezug zum Sarganserland: Ihr ehemaliger Geografielehrer am Gymnasium ist auf der Bergstation Naus aufgewachsen, wo seine Eltern das Knappenhaus führten. Im Rahmen einer Schulreise nahm er die Klasse mit hierher, um seinen alten Schulweg mit ihnen nachzulaufen. In den späten 90er-Jahren dann war Badran mitverantwortlich für die Wirtschaftsförderung im Sarganserland. Damals habe sie massgeblich mitgeholfen, vom Kanton St.Gallen eine 3 Millionen schwere Bürgschaft für das Skigebiet Pizol zu erkämpfen. Ginge das vielleicht noch einmal?

Die SP-Nationalrätin spricht nur zu einem Thema: Bodenpolitik. Diese liegt ihr sehr am Herzen. Zuerst stellt sie klar: «Bodenpolitik ist keine Sozialpolitik! Das ist knallharte Wirtschaftspolitik.» Beim Boden handle es sich aber aus zwei Gründen um ein sehr spezielles wirtschaftliches Gut: Erstens sei Boden ein primär essenzielles Gut - «Du kannst nicht, nicht Boden konsumieren, sonst wärest du inexistent» - und zweitens sei er nicht vermehrbar, wie es Wasser, Luft und Holz theoretisch seien. Dies mache den Boden zu einem unfassbar wertvollen Gut, der nicht leichtsinnig verschachert werden dürfe. Würde man zwei Prozent Zinsen auf alles eingezonte Land in der Schweiz erheben, so Badran, könnte man sämtliche anderen Steuern abschaffen.

Schliesslich wendet sie sich direkt an die Anwesenden und fordert eindringlich: «Schaut, dass ihr keinen Boden mehr verkauft. Je mehr Boden der Gemeinde gehört, desto besser!» In Glarus hätten sie das längst begriffen, dort würden sie höchstens noch im Baurecht Boden abgeben. Dann regt sie sich über die diesbezügliche Politik ihrer eigenen Stadt auf, wo die öffentliche Hand einen hübschen Park gleich neben dem riesigen Mobimo-Tower, diesem «hässlichen Pflock», finanziere. Mit solchen Investitionen würde man komplett die Immobilienbranche subventionieren und davon profitieren würden ein paar wenige Reiche – was der SP ja bekanntlich ziemlich gegen den Strich geht.

Abschliessend führt die Nationalrätin aus, dass Bodenpolitik nicht zuletzt auch Demokratiepolitik sei: «Die Entscheidung, auf welchem Boden was stattfindet, entgleitet uns immer mehr, weil er eben nicht uns gehört.» Insbesondere Menschen mit Kindern müssten doch daran interessiert sein, ihren Nachkommen möglichst viel Fläche zu hinterlassen, über deren Nutzung demokratisch entschieden werden könne.

Beim gemeinsamen Abendessen findet sich die Zürcher Nationalrätin in hitzigen Diskussionen mit lokalen SP-Politikern wieder, die sich das Gehörte zu Herzen nehmen wollen. Verdutzt und erfreut zugleich zeigt sie sich darüber, wie viel Land der hiesigen Ortsgemeinde gehört. Schliesslich verpasst Badran den Zug und bleibt gleich noch zum Dessert.

Nun gilt es noch zu vorgerückter Stunde die statuarischen Geschäfte abzuwickeln. Präsidentin Monika Gauer führt zügig durch die Versammlung. Jahresbericht und Jahresrechnung werden mit Applaus verdankt. Brigitta Gruber Schlumpf hat nach 13 Jahren Vorstandstätigkeit als Ortsvertreterin von Vilters–Wangs den Rücktritt eingereicht. Als Nachfolger wird Werner Reifler, Vilters, gewählt. Leider bleibt das Kassieramt vakant, da Michael (Kassier) und Sonja (GPK-Mitglied) Vogel aus beruflichen Gründen Sargans verlassen und ins Zürcher Oberland ziehen. Mit einem herzlichen Dank an alle, die sich für die sozialdemokratischen Werte einsetzen, schliesst die Präsidentin um 22.15 Uhr die Hauptversammlung.

Monika Gauer dankt Jaqueline Badran für ihr Referat.