Maja Widmer

Fragen/Antworten von unserer Kandidatin

Der Schulrat von Sargans ist nach dem ersten Wahlgang noch nicht komplett. Gewählt wurde als Schulratspräsident Bernhard Hauser, im Schulrat nehmen Arnaud de Luca (bisher) und Ronny Peter (neu) Einsitz. Zwei Sitze sind noch zu besetzen.

Wie sieht die ideale Zusammensetzung eines Schulrates aus?

Ein Rat ist dann gut zusammengesetzt, wenn seine Mitglieder möglichst viel Erfahrung aus unterschiedlichen Berufs- und Lebenswelten mitbringen. Die Vielfalt garantiert, dass komplexe Themen erkannt und nicht einseitig behandelt werden.

Welche Voraussetzungen muss man als Schulratsmitglied mitbringen?

Interesse für die Zukunft unserer Schule allein reicht nicht aus. Gefragt sind die Fähigkeit, der Wille und die zeitliche Kapazität, sich in kurzer Zeit in unbekannte und zum Teil komplexe Sachverhalte einzuarbeiten. Die Arbeit im Schulrat ist stark arbeitsteilig organisiert. Jedes Mitglied ist für ein eigenes Ressort zuständig und arbeitet dort mit verschiedensten Partnern zusammen. Im Gesamtrat werden die erarbeiteten Vorschläge diskutiert und entschieden. Die Entscheide müssen dann wiederum umgesetzt werden. Erfahrungsgemäss ist der erste Lösungsvorschlag oder der erste Projektvorschlag kaum jemals derjenige, den man dann letztendlich zur Ausführung bringt oder bringen kann. Gerade bei komplexen Themen braucht es daher hohe Sachkompetenz, Durchhaltewille und Durchsetzungsvermögen. Man muss Rückschläge einstecken können.

Konfliktsituationen in der Schule weisen immer eine menschliche Komponente auf. Entsprechend wichtig ist ein sicheres Auftreten, ein respektvoller Umgang mit allen Beteiligten und die Gewissheit, dass eine tragfähige Lösung möglich ist. Man muss Konfliktsituationen nicht nur aushalten können, sondern auch konstruktive Lösungen erarbeiten.

Weshalb braucht es im Schulrat Kompetenzen im Bereich Bau?

Der Schulrat ist ein politisches Gremium. Er sorgt dafür, dass an unserer Schule Unterricht stattfinden kann. Er ist nicht zuständig für den Inhalt des Unterrichts und dessen Umsetzung. Er muss ihn aber mit guten Rahmenbedingungen ermöglichen und unterstützen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Schulrates ist die Bereitstellung von Schulraum. Dazu gehört der Unterhalt der bestehenden Liegenschaften sowie die langfristige Planung von Schulraum.

Die Einwohnerzahl und insbesondere die Zahl der Kindern im Vorschulalter in Sargans hat in den vergangenen Jahren erwiesenermassen zugenommen. Während die Kinder von selbst Jahr für Jahr dem Schuleintritt entgegenwachsen, wachsen Schulhäuser nicht einfach so aus der grünen Matte. Sie müssen von der Gemeinde aktiv geplant und realisiert werden. Es gehört zur Verantwortung des Schulrates, die Situation zu beobachten und angemessen zu handeln. Dazu müssen Antworten auf die schwierige Frage des wie, wo und wann gegeben werden. Braucht es ein neues Schulhaus mit Turnhalle oder kann ein bestehendes Schulhaus erweitert werden? Wieviel neuer Raum brauchen wir, damit wir nicht zuviel aber auch nicht zuwenig haben? Wann muss wieviel Schulraum bereitstehen? Die entscheidende Frage ist aber: Wie und wann finanzieren wir das? Für mich ist klar: Wenn es ein neues Schulhaus braucht, so ist dieses zu bauen. Bauen braucht aber Planung und Planung braucht Zeit. Das Bau- und Planungswesen ist komplex, da ist Fachwissen von grossem Vorteil. Dieses bringe ich im Gegensatz zu allen anderen Kandidatinnen und den bereits gewählten Schulratsmitgliedern mit.

In der SP politisieren viele Frauen. Warum ist es wichtig, dass auch Frauen in unseren öffentlichen Ämtern vertreten sind?

Unser Gemeinderat ist ein reines Männergremium. Für die GPK und den Schulrat sind bisher nur Männer gewählt worden. Wir hätten nun die Chance, die restlichen Sitze sowohl der GPK als auch des Schulrates mit Frauen zu besetzen. Gerade für den Schulrat finde ich es wichtig, dass auch Vertreterinnen gewählt werden, die die Anliegen der Mütter aus eigener Erfahrung kennen. In Sargans sind es immer noch hauptsächlich die Mütter, die den Schulalltag ihrer Kinder begleiten. Alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Ich weiss als Mutter mit drei schulpflichtigen Kinder haargenau, wie herausfordernd Erziehung und wie anspruchsvoll der Schulalltag für Kinder und Eltern zeitweise sein kann. Allerdings reicht Frausein alleine nicht aus, ein Schulratsmandat kompetent auszufüllen. Wenn sich aber Frauen mit meinem beruflichen und persönlichem Erfahrungsschatz für ein Gremium zur Verfügung stellen, die Zusammensetzung des Gremiums bereits männerlastig ist, so ziehe ich Frauen bei einer Wahl vor.

Bleibt einer Mutter von drei schulpflichtigen Kinder, die dazu in leitender Stellung berufstätig ist, überhaupt Zeit für ein Schulratsmandat?

Ja. Es ist eine Frage der Organisation. Mein Mann und ich arbeiten beide Teilzeit. Wir beide können einen Teil unserer Arbeit von zu Hause aus leisten und gewinnen dadurch Flexibilität bei der Organisation unseres Familienalltags. Durch den Schuleintritt unseres jüngsten Kindes ist mehr frei verfügbare Zeit vorhanden, die ich nicht unbedingt für die Perfektionierung unseres Haushaltes verwenden möchte. Es war schon immer mein Wunsch, mich dort, wo ich zu Hause bin, einzubringen und auch Verantwortung zu übernehmen. Nun habe ich endlich Zeit dazu.